KLAVIER INTENSIV

 
klavier_01.jpgUnter europäischen Musikern und Musikpädagogen des 19.Jahrhunderts reifte vielerorts die Idee, dass die professionelle musikalische Ausbildung einen nachprüfbaren Qualitätsstandard erfahren und unabhängig von der sozialen Herkunft der Auszubildenden möglich sein sollte. So kam es zur Gründung der Konservatorien, die später in Deutschland - und inzwischen in den deutschsprachigen Ländern überhaupt – in Musikhochschulen umbenannt wurden. Inzwischen sind die Musikhochschulen zwar „flächendeckend“ etabliert, aber ob sie heute noch den ursprünglich angestrebten Zweck erfüllen, danach wird kaum gefragt.

Tatsache ist, dass heute nur junge Menschen, die bis zu ihrer Aufnahmeprüfung bereits eine sehr weit führende, spezialisierte musikalische Ausbildung genossen haben, die Chance erhalten, an einer Musikhochschule studieren zu können. Oft ist der auf die Aufnahmeprüfung vorbereitende Unterricht in der dafür notwendigen Qualität nur als Privatunterricht erhältlich.

Aber auch die in diesem Sinne privilegierteren jungen Musiker erleben dann oft während ihres Studiums, dass sie zwar durchaus gezielt auf ihre Hochschulaufnahme hin unterrichtet worden sind, dass ihnen aber noch sehr viel an einem umfassenden musikalisch-technischen Können fehlt, um den Anforderungen, die nun an sie gestellt werden, gerecht werden zu können. Denn sie sollen von Beginn ihres Studiums an bereits in der Lage sein, fortlaufend schwierige und repräsentative Werke der Musikliteratur zu erarbeiten und vortragsreif zu beherrschen. In der Hochschulausbildung selbst mangelt es aber in skandalöser Weise an der nötigen Intensität – ist doch die Beschränkung auf eine Hauptfachstunde pro Woche die Norm! Wie kann da eine gedeihliche Ausbildung stattfinden? Wie sollen junge Musiker überhaupt sinnvoll und erfolgreich üben können bei so karger Anleitung?

Kann es angesichts dieser Ausbildungsmisere irgendjemanden wundern, dass unzählige Studierende an unseren Musikhochschulen unter mehr oder weniger gravierenden Funktionsstörungen physischer bzw. psychischer Art leiden und viele ihr Studium nicht zu Ende führen?

Aber auch die erfolgreicheren unter ihnen, die ihr Studium vielleicht sogar mit guten Bewertungen abschließen, sind oft weder genügend auf das Konzertleben, noch auf ihre Aufgaben als Lehrer ihres Faches vorbereitet. Als solche übertragen sie dann wieder ihre eigenen Probleme und Insuffizienzen auf ihre Schüler.

konzert_01.jpg Natürlich ist mir klar, dass man ein guter Lehrer nicht durch eine – noch so gute – Ausbildung allein wird, sondern erst durch jahrelange Unterrichtspraxis. Aber die durch unzureichende Ausbildungsintensität bedingten Defizite vieler Musiklehrer sind oft ein wesentlicher Grund für mangelhaft geführten Unterricht, für Frustrationen auf Lehrer- und Schülerseite und für den sicheren Fortbestand der oben genannten Ausbildungsmisere.

Man sollte annehmen, dass diese Misere und ihre Ursachen den meisten Hochschullehrern nicht verborgen sind, und dass diese darum eine Studienreform mit besseren Curricula erarbeiten. Nur so würden unsere Musikschulen, die ja u.a. auch auf den Musikerberuf vorbereiten sollen, nach und nach in die Lage versetzt, genügend qualifizierten Unterricht zu bieten. Anscheinend aber interessieren sich nur die wenigsten Hochschullehrer überhaupt für eine umfassende Reform der Ausbildung von Berufsmusikern. Man wurstelt einfach weiter wie gewohnt und ist froh, dass es noch immer genügend ausländische Studierende mit einem größeren handwerklichen Können gibt – Studierende, mit denen man die Ausbildungsklassen immer schön füllen und das eigene Image hochhalten kann.

Nachdem ich die geschilderten Zustände fast dreißig Jahre lang beobachten konnte und auch selbst Teil des Systems Berufsausbildung war, fand ich es endlich an der Zeit, mich selbständig zu machen und wenigstens in dem mir möglichen, sehr bescheidenen Rahmen eine Ausbildung intensiverer Art bereitzustellen. So entstand mein Projekt KLAVIER INTENSIV.

KLAVIER INTENSIV möchte Menschen, die sich um eine umfassende Ausbildung auf dem Klavier bemühen, eine reelle Chance bieten, bestehende Defizite zu beseitigen und einen Weg einzuschlagen, der eine lebenslange künstlerische und pädagogische Entwicklung ermöglicht.

KLAVIER INTENSIVbietet individuell abgestimmte Trainingsprogramme, die – je nach Bedarf – kurz-, mittel- oder langfristig angelegt sind.