Gastdozent am Alexander Technique Centre a.s.b.l.
Auf Einladung des Alexander Technique Centre (Leuven, Belgien) werde ich 3 Tage (31.5. - 2.6. 2010) als Gastlehrer tätig sein. Die Schule zur Ausbildung von LehrerInnen der Alexander Technik ist die erste ihrer Art in Belgien und wurde von Elizabeth Langford (1929 - 2009) gegründet.
KLAVIER INTENSIV Kurs vom 03. bis 10. April 2010 in der Toskana
Dieser Klavier-Kurs findet in Doccione / Toskana statt und richtet sich an Berufspianisten, Klavierlehrer und fortgeschrittene Amateure. Details zum Ort finden Sie hier.
Die Kurskosten betragen € 400.- (exkl. An- und Rückreise, sowie Unterkunft und Verpflegung) Jeder Teilnehmer erhält 5 Klavierlektionen à 60 Minuten.
Alexander-Lektionen können separat und vor Ort vereinbart werden. Als Alexander-Lehrer wird Monique Vanormelingen (Assistentin von Elizabeth Langford, Leiterin des Alexander Technique Centre Belgien) tätig sein.
Anmelden können Sie sich via Kontakt-Site. Anmeldeschluss ist der 01. März 2010.
Neuer Artikel in der Fachzeitschrift Oper & Tanz
Mein neuester Artikel zum Thema Alexander-Technik für künstlerische Berufe ist in der aktuellen Ausgabe Nr.3 der Zeitschrift "Oper & Tanz" Mai/Juni 2009 im Verlag ConBrio, Regensburg, erschienen. Mit diesem Artikel möchte ich in kürzester Form Interesse wecken und verständlich machen, inwiefern die Alexander-Technik Musikern und Tänzern, ja überhaupt im künstlerischen Beruf helfen kann, scheinbar berufsbedingte Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen zu beseitigen.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier.
Liebe Leserinnen und Leser meiner Website!
An dieser Stelle werden künftig jeweils kurze Beiträge von mir zur aktuellen Bedeutung der Alexander-Technik auf den verschiedensten Gebieten erscheinen.
Es scheint mir an der Zeit, dass endlich ein breiterer Diskurs über die von F.M. Alexander schon vor über 100 Jahren entworfene und bis zu seinem Lebensende weiter entwickelte Technik stattfindet. Obwohl die Alexander-Technik in der Zwischenzeit (seit Alexanders Tod 1955) bereits von einigen tausend Alexander-Lehrern weltweit verbreitet worden ist und obwohl sie eine völlig neue Denk- und Arbeitsgrundlage für jedermann bedeutet, so ist doch die Auseinandersetzung mit ihr fast ausschließlich eine Sache innerhalb ihrer Lehrerschaft geworden.
Dies war zu Alexanders Lebzeiten anders. Große und einflussreiche Persönlichkeiten wie George B. Shaw, Aldous Huxley, John Dewey und Sir Charles Sherrington – um nur einige zu nennen – nahmen nicht nur Unterricht bei Alexander, sondern sie setzten sich auch theoretisch mit seiner Arbeit auseinander und empfahlen sie voller Enthusiasmus ihren Zeitgenossen weiter.
Die Schwierigkeit, die Alexander-Technik einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen, liegt aber nicht zuletzt in ihr selbst. Denn F.M. – wie seine Schüler ihn nannten – war kein Theoretiker, sondern ein Mann der Praxis.
Aus der begründeten Sorge heraus, dass seine Technik missverstanden und missbraucht werden könnte (und tatsächlich auch immer wieder wurde), schrieb Alexander seine vier Bücher: 1.) Man’s Supreme Inheritance, 2.) Constructive Conscious Control of the Individual, 3.) The Use of the Self und 4.) The Universal Constant in Living. Sie alle lesen sich am besten im englischen Original. Neuausgaben sind erschienen bei Mouritz, London. Aber auch diese mit großer Akribie und Leidenschaft geschriebenen Erklärungen Alexanders zu seiner Arbeit sind, wenn überhaupt, nur sehr schwer verständlich, sofern der Leser keine Erfahrungen mit der A.T. am eigenen Leib gemacht hat.
Das einzige im Moment verfügbare Buch, in dem die Alexander-Technik und ihre universelle Bedeutung auch einem noch unerfahrenen Publikum umfassend und ausführlich erklärt wird, ist “Mind and Muscle“ von Elizabeth Langford.
Meine langjährige Erfahrung mit der A.T. als Lernender und als Lehrer, aber auch meine Erfahrungen als Pianist und Klavierlehrer, haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass wir die Brisanz von Alexanders Denk- und Arbeitsweise nicht mehr nur in internen Zirkeln diskutieren sollten. Vielmehr glaube ich, dass alle Pädagogen, die ihren Beruf nicht einfach nur als Job verstehen, sich intensiv mit ihr auseinander setzen sollten. Denn ich wüsste keine andere Methode, die uns ähnlich praktikable Mittel an die Hand gibt, einer Gefahr zu begegnen, der die Menschheit heute insgesamt ausgesetzt ist. Ich meine die Gefahr, dass wir – und zwar im privaten wie im öffentlichen Leben – durch falschen Gebrauch unserer Denk- und Wahrnehmungsfähigkeiten, ja unseres ganzen Selbst, ganz Wesentliches nicht mehr frei zur Verfügung haben, nämlich generell die Fähigkeit, uns selbst zuverlässig zu steuern. Durch die Alexander-Technik aber ist ein Weg in die Umkehrrichtung möglich: Wir können mit ihrer Hilfe lernen, genauer zu empfinden, zu urteilen, zu entscheiden und uns mitzuteilen.
Solange jedoch unser seelisch-körperliches Gleichgewicht durch Fixierungen gestört ist, werden wir immer Angst vor der Freiheit haben und dem Phantom materieller Sicherheit nachjagen. Da es Sicherheit aber nirgends wirklich gibt, vergrößert sich unsere Angst und unsere Unfähigkeit, selbstbewusst und selbstverantwortlich zu leben.
Was wir heute mehr denn jemals zuvor brauchen, ist nichts Geringeres als dies: eine Erziehung zu einer verlässlichen Selbststeuerung, zu Selbstbewusstsein und zu Respekt vor uns selbst und allen anderen Geschöpfen. Die herkömmlichen Leitsysteme wie Religion und Staat haben ihre universelle Kraft weitgehend verloren; an die Stelle dieser Systeme ist aber leider nicht der mündige Mensch getreten, sondern der orientierungslos getriebene. Werte wie Freiheit und Verantwortung können aber nicht durch Propaganda gelebt werden, sondern nur im jeweils individuellen Vollzug, der durch Erzieher (im weitesten Sinn) vorgelebt werden muss.
Wir stehen also an einer Wegscheide: Wir haben die Wahl, als Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse immer mehr unsere menschliche Würde zu verlieren oder aber, uns für einen Weg zu entscheiden, der uns unsere unglaublichen Fähigkeiten erfahren lässt, mit deren Hilfe wir ein menschenwürdiges Leben erarbeiten können. Unsere Abhängigkeit von sogenannten gesellschaftlichen Zwängen ist damit zwar nicht beseitigt, aber doch stark relativiert. Wir können tatsächlich wählen, ob wir uns auf den Weg zur Selbstbesinnung und Selbstbestimmung begeben oder auf dem der Gedankenlosigkeit und Fremdbestimmung bleiben wollen.
Wir brauchen eine neue Pädagogik, die auf einem neuen Denken basiert. Wir brauchen eine Pädagogik, die sich an der tatsächlichen geistig-seelischen und körperlichen Verfassung der jeweiligen Schüler und Lehrer orientiert. Ohne die diagnostischen und methodischen Neuerungen des Denkens und Unterrichtens, die F.M. Alexander entwickelt hat, lassen sich meiner Ansicht nach die aktuellen Probleme unserer Zeit nicht einmal ansatzweise lösen, da die herkömmlichen Ansätze ungenügend und irreführend sind. Ohne das neue Denken, das Alexander selbst praktiziert hat und uns weitergegeben hat, werden wir geradezu zwangsläufig die Fehler unserer Vorfahren und unsere eigenen immer weiter fortsetzen und unseren Nachfahren auf deren Weg mitgeben. Das heißt, wir werden viele noch so wohlgemeinte pädagogische Ziele verfehlen müssen. Denn wer selbst unfrei ist, kann nicht zur Freiheit erziehen. Wer sich selbst nur verzerrt kennt, wird seine Schüler verzerrt wahrnehmen. Wer mit sich selbst nicht gut umgehen kann, wird dies auch mit den ihm anvertrauten Menschen nicht können.
Auf die Alexander-Technik als Mittel der Selbsterkenntnis und als Hilfe zur Selbsthilfe zu verzichten, scheint mir für diejenigen, die, wie ich, das (immer noch seltene) Glück hatten, sie kennen zu lernen, unverantwortlich zu sein. Mit meinen ab jetzt immer wieder erscheinenden kurzen Beiträgen zur aktuellen Bedeutung der A.T. möchte ich jedermann dazu anregen und ermuntern, sie kennen zu lernen und sich mit ihr zu beschäftigen.
Natürlich ist die persönliche praktische Erfahrung mit der Alexander-Technik die wichtigste. Doch ist nicht zu erwarten, dass jedermann die Zeit findet, sich über Jahre hinaus in ihr ausbilden zu lassen. Es hat sich aber erfreulicherweise in unzähligen Fällen immer wieder erwiesen, dass bleibende positive Veränderungen bereits nach 20 bis 30 Alexander-Lektionen eintreten - Veränderungen in unseren täglichen Denk- und Handlungsweisen, aber auch in fachspezifischen.